Jaguar, Ozelot, Puma: Wie lange gibt es sie noch?

- Dieser Ozelot wurde im Regenwald der Österreicher von einer Fotofalle erfasst.
Die Großkatzen sind im Esquinas-Wald und auf der benachbarten Halbinsel Osa akut bedroht. Der Bestand an Jaguaren, Pumas und Ozelots wurde durch illegale Jäger und Pelzhändler so stark dezimiert, dass sie heute am Rand des völligen Aussterbens stehen. Neben der direkten Nachstellung hatten die Großkatzen auch darunter zu leiden, dass Jäger ihre Beutetiere (z.B. Pekkaris) dezimiert hatten. So war es für sie schwer, ausreichend Nahrung zu finden. Vom Corcovado-Nationalpark, wo die Katzen ausreichend geschützt sind, wandern immer wieder Tiere ins Umland und einzelne Jaguare kommen bis in den Esquinas-Regenwald. Zwischen Corcovado und Esquinas liegt allerdings die große Riserva Forestal, ein Gebiet mit einem relativ schwachen Schutzstatus, in dem es auch zahlreiche Höfe und Viehweiden gibt. Seit nun manche Wildkatzen auf ihrer Nahrungssuche den schützenden Wald verlassen und auf den Weiden Tiere reißen, sind sie noch stärker in Gefahr. Die erbosten Besitzer versuchen, die Wildkatzen zu erschießen bzw. Jäger auf sie anzusetzen. Ein Jaguar hat im Esquinas-Wald sogar schon Hunde von Wilderern getötet, die seiner Fährte gefolgt waren. Aus unserer Sicht war dies natürlich Notwehr, aber die Jäger haben Rache geschworen und stellen dem Jaguar nach. Die Wildhüter sind in erhöhter Alarmbereitschaft und haben ihre Patrouillen verstärkt.
Yaguará Wildcats Conservation Program

- Aida Bustamente mit einem betzäubten Ozelot.
Zwei junge und engagierte Biologen, Aida Bustamante und Ricardo Moreno, widmen sich mit ihrer Organisation Yaguará seit 2006 der Erforschung der Wildkatzen im Osa-Gebiet (Esquinas, Corcovado, Riserva Forestal). Ihr Ziel ist es, den Bestand an Wildkatzen durch gezielte Maßnahmen zu sichern. Sie stellen Kamerafallen für die Zeitdauer von 4 bis 6 Wochen auf und können anhand der verwerteten Fotos die Anzahl von Jaguaren, Pumas oder Ozelots hochrechnen. Manche Wildkatzen werden eingefangen, betäubt und mit Sendehalsbändern versehen. Ihre Bewegungen werden mittels Radiotelemetrie und GPS-Peilung verfolgt, ihr Fressverhalten durch Analyse der Exkremente untersucht. So konnten bereits einige wichtige Erkenntnisse über die Bewegungsmuster der Tiere und über ihre bevorzugte Beute gewonnen werden, die in künftige Schutzkonzepte einfließen. Die Biologen finanzieren ihre wichtige Arbeit ausschließlich durch Spenden und den T-Shirt-Verkauf. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit leisten sie mit Vorträgen, die sie in Gemeinden und Schulen halten, auch wichtige Aufklärung in der Bevölkerung.
Abfindungen und Fotofallen für die Bauern

- Die Katzen werden mit Peilsendern ausgestattet und wieder freigelassen.
Aida und Ricardo haben eine vielversprechende Strategie für die Entschädigung von Bauern entwickelt. Wenn ein Haustier gerissen wird, kann sein Besitzer bei der Parkbehörde Meldung erstatten. Wildhüter müssen bestätigen, dass der Riss durch eine Wildkatze erfolgte, dann erhalten die Bauern den Marktpreis des Tieres als Abfindung und verpflichten sich zu einer Zusammenarbeit mit der Parkverwaltung. Fotofallen werden auf ihren Fincas aufgestellt, um die Bewegungen der Katzen zu überwachen. In der Umgebung des Regenwalds der Österreicher wurden bereits einige Landwirte entschädigt, und die Bauern nehmen ihre neue Verantwortung ernst. Wir haben eine erste Rücklage für weitere Abfindungen bereitgestellt und möchten das vorbildliche Wildkatzen-Programm in den kommenden Jahren weiter unterstützen. Dafür haben wir neue Artenschutzurkunden aufgelegt. Bitte helfen Sie den Jaguaren und Ozelots, damit sie im Esquinas-Regenwald überleben können. Eine Fotofallen-Kamera kostet 200 Euro; die Entschädigung für eine gerissene Kuh kommt auf ca. 1 Euro pro Kilo Lebendgewicht; ein Monatsgehalt eines Wildhüters beträgt 875 Euro. Herzlichen Dank im Namen von Jaguar und Ozelot!
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